Los gehts: Schritt für Schritt
Um Kitensurfen nicht nur für sich selbst, sondern auch für
andere sicher zu machen, sollten die ersten Kite Versuche mit einem Lehrer
absolviert werden. Die folgenden Informationen sollen zeigen, was man
von einem professionellem Kiteunterricht erwarten darf und soll, sind
aber nicht dafür gedacht, einen Kitekurs zu ersetzen.
1. Der Trainer Kite
Der erste Schritt ist es, zu lernen, wie man einen Kite fliegt! Man sollte
ca 20-50 Stunden mit einem 1-2 m² Wipika Trainer Kite verbringen
– das hört sich nach viel an, aber auf diese Weise kommt man
schneller an den Punkt einen Kite zu beherrschen, als sofort mit einem
aufblasbaren Powerkite zu starten!
2. Das Windfenster
Mit dem Trainer Kite findet man auf einfache Art und Weise eine neutrale
Position des Kites am Rande des „Windfensters“ heraus. Wenn
man mit dem Rücken zum Wind steht, erstreckt sich das Windfenster
vor Dir in einem Bogen von Deiner rechten bis zur linken Seite, und reicht
vom Boden genau bis über Deinen Kopf. Die neutrale Position, in der
der Kite am wenigsten Kraft hat, ist genau über Dir. Diese Position
ist nicht nur wichtig beim Start und bei der Landung. Man sollte in der
Lage sein den Kite von jeder denkbaren Position aus schnellstmöglich
in diese Neutrale Lage zu bekommen!
3. Die Powerzone
Wenn Du die neutrale Lage beherrschst, ist es an der Zeit die Powerzone
kennen zu lernen. Am Einfachsten ist es den Kite zwischen einer 11 und
7 Uhr bzw. 1 und 5 Uhr Position in einem leichten Achter hin und her zu
fliegen. Je größer der Achter dabei wird, desto mehr Kraft
entwickelt der Kite auch zunächst.
4. Weitere Übungen und Manöver
Wird das Kitehandling soweit beherrscht, ist es bis zu Deinem ersten
Body drag nicht mehr weit.. Body drag bedeutet, dass man sich kontrolliert
von dem Kite durchs Wasser ziehen lässt. Man merkt schnell dass es
ratsam ist, den Tainer Kite in allen möglichen Situation zu beherrschen
(mit geschlossenen Augen, rückwärts usw..), da einem diese Situationen
auf dem Wasser alle begegnen werden und es ist besser, auf alle Eventualitäten
vorbereitet zu sein. Ziel sollte es sein, den Kite weitgehend blind zu
fliegen, damit hat man mehr Zeit sich auf andere Dinge zu konzentrieren,
etwa wo das Brett ist, oder wo man hinfährt.
5. Das Depoweren
Der nächste Schritt ist die Sicherheit auf dem Wasser. Am Wichtigsten
ist es zu wissen, wie man den Kite komplett depowered. Je nach Bar und
Safety System ist dies unterschiedlich. Der erste Reflex in einer Notsituation
ist es, einfach die Bar los zu lassen. Bei jedem System sollte dies den
Kite komplett depowern.
6. Der Wasserstart
Im Laufe Deines Kitelebens wirst Du unzählige Stunden mit dem Wasserstart
verbringen. Glücklicherweise gibt es inzwischen sehr gut funktionierende
Systeme, die diese Prozedur zu einem einfachen Spiel machen. Hauptproblem
ist, dass ein abgestürzter Kite meist auf der leading edge liegend
Richtung Lee zieht. Ziel ist es den Kite entweder durch schwimmen oder
einfaches ziehen der CLS Leine auf den Rücken zu drehen. Wenn dies
geschafft ist, braucht man nur noch an einer Seite der Bar zu ziehen,
der Kite baut seine C-Form auf und lässt sich somit wieder starten.
Diese Technik bedarf einiges an Übung und man ist gut beraten, wenn
man sich das Vorgehen von einem Lehrer zeigen lässt, und dann –
üben, üben, üben
7. Der Body Drag
Jetzt wo Du das Fliegen eines Kites beherrschst und weist, wie man einen
Kite aus dem Wasser startet oder ihn depowered, ist es an der Reihe den
ersten Body Drag auszuprobieren. Am Besten ist es, wenn Du entweder einen
Lehrer bei Dir hast, oder einfach jemanden, der dich am Trapez festhält
und Dir dabei Anweisungen geben kann.
Wenn Du mit der Segelterminologie noch nicht vertraut bist, dann ist
es nun an der Zeit den Begriff „kreuzen“ kennen zu lernen.
Genau das wirst Du nämlich beim Body Drag tun. Du wirst in einem
zick-zack Kurs von rechts nach links downwind gezogen. Fliege den Kite
in kleinen Achtern zur linken Seite, um nach links gezogen zu werden und
versuche das gleiche auf der rechten Seite.
Dabei solltest Du immer zwei Dinge im Kopf behalten:
- Wie bringe ich meinen kite schnellstmöglich in eine neutrale
Position?
- Wie depowere ich meine Kite auf der Stelle?
8. Body Dragging Upwind
Da wir es nicht empfehlen eine Boardleash zu benutzen, ist es wichtig
den Upwind Bodydrag zu beherrschen, will man sein Board nicht verlieren.
Am Besten geht dies, in dem man seine Führungshand upwind richtet
und seinen Körper senkrecht zu den Flugleinen ausrichtet. Auf diese
Art und Weise benutzt man seinen Körper wie ein Ruder und kann gegen
die Kraft des Kites Höhe laufen. Dieses Manöver bedarf einiges
an Übung, aber sobald Du auch diesen Trick beherrschst, kannst Du
Dich aus so gut wie jeder kniffligen Situation von selbst befreien.
9. Ready to go
Nach einigen Body Drag Versuchen und reichlich Flugerfahrung geht es
nun richtig los! Entgegen der landläufigen Meinung, braucht man nicht
unbedingt Board Erfahrung um loslegen zu können. Der Kite entwickelt
genug Zug nach oben und vorne um leicht aufs Brett zu kommen. Man sollte
mit einem etwas größeren Board anfangen, da dieses eher ins
gleiten kommt, als ein kleineres. Ausserdem sollte man einen Helm tragen
und sich über alle Sicherheitsfeatures im Klaren sein.
Soweit so gut – und jetzt ab aufs Wasser! Und wenn Du soweit bist,
dass Du an den Punkt zurück kiten kannst an dem Du Deinen Kite gestartet
hast ist es soweit – Du bist ein Kiteboarder. Und jetzt ist es auch
an der Zeit, Dir Dein eigenes Equipment zuzulegen..
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